Bunte Nadelkissen und Frühlingsdämmerung

Bunte Nadelkissen, aufgereiht wie lauter bunte Ostereier. Wer kennt sie nicht, diese vielen kleinen Reststücke, die Überbleibsel von diversen Projekten. Scraps…irgendwie nehmen sie überhand und ich bin immer glücklich, wenn ich wieder welche vernäht habe. Habt ihr auch diverse durchsichtige Plastikboxen voller Scraps? Als ich mit dem Nähen vor ungefähr 30 Jahren anfing, war die Menge ja noch überschaubar, da hatte ich nur eine Schachtel voll von den kleinen Reststücken. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Boxen und irgendwann musste ich anfangen, die Stücke farblich zu sortieren und für jede Farbe eine Box anschaffen.

Auch wenn diese Nadelkissen sehr einfach zu nähen waren, es hat mir richtig Spaß gemacht und ich konnte nicht mehr aufhören. Noch eines und noch eines…

Frühlingsdämmerung

In der stillen Pracht,
In allen frischen Büschen und Bäumen
Flüsterts wie Träumen
Die ganze Nacht.
Denn über den mondbeglänzten Ländern
Mit langen weißen Gewändern
Ziehen die schlanken
Wolkenfraun wie geheime Gedanken,
Senden von den Felsenwänden
Hinab die behenden
Frühlingsgesellen, die hellen Waldquellen,
Die’s unten bestellen
An die duftgen Tiefen,
Die gerne noch schliefen.
Nun wiegen und neigen in ahnendem Schweigen
Sich alle so eigen
Mit Ähren und Zweigen,
Erzählens den Winden,
Die durch die blühenden Linden
Vorüber den grasenden Rehen
Säuselnd über die Seen gehen,
Daß die Nixen verschlafen auftauchen
Und fragen,
Was sie so lieblich hauchen –
Wer mag es wohl sagen?

(Joseph von Eichendorff, aus: Frühling und Liebe)

 

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